Myanmar - Essen, Sprache und Kultur im Überblick

In kaum einem anderen Land in Südostasien ist der Buddhismus so tief verwurzelt wie in Myanmar. Auf dieser Seite erfährst du alles über Sprache, Essen und Kultur - und wie du Fettnäpfchen vermeidest.

Yangoner Straßenszene - Die Religion ist tief im Alltag verwurzelt

Viele Burmesen schicken ihre Kinder für ein Jahr oder länger ins Kloster. Dort werden den Kindern buddhistische Tugenden wie Nächstenliebe, Toleranz und Respekt vermittelt.

Kleine Mönche und Nonnen - Erziehung im Kloster

Da viele Menschen in Myanmar sehr arm sind, ist die kostenlose Versorgung mit Essen und Kleidung für viele Eltern ein weiterer Grund, die Kleinen ins Kloster zu schicken.

Ein weiterer wichtiger Teil der Kultur ist der Wunsch, niemals ein anderes Lebewesen zu verletzen und selbst nicht das Gesicht zu verlieren. Du wirst von einem Burmesen so gut wie nie ein "Nein" hören.

Kulturelle Besonderheiten in Myanmar

  • Männer tragen häufig den traditionellen Männerrock "Longhi".
  • Viele Frauen und Kinder reiben ihr Gesicht mit Thanaka, einer gelblich weißen Paste, aus Baumrinde und Sandelholz ein. Das Thanaka schützt vor den UV-Strahlen der Sonne und sieht dabei noch gut aus.
  • Gut befreundete Männer und Frauen zeigen in der Öffentlichkeit gerne ihre Zuneigung zueinander. Mann sieht z.B. oft befreundete Männer, die Händchen halten.
  • Auf den Straßen Myanmars fährt man, wie in Deutschland, auf der rechten Seite. Kurioserweise befindet sich auch das Lenkrad der Autos, wie in Großbritannien, auf der rechten Seite.
Buchtipp:

Burma - Der Fluss der verlorenen Fußspuren - ISBN: 978-3570011010. Wenn du dich für Politik und Geschichte Myanmars interessierst, kommst du an diesem Buch nicht vorbei

Falls du dich näher mit der Kultur Myanmars beschäftigen möchtest, gibt die Wikipedia einen sehr guten Überblick. Im nächsten Abschnitt geben wir Tipps zu den wichtigsten Verhaltensregeln und erklären, was du lieber lassen solltest.

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Die wichtigsten Verhaltensregeln - Dos and Don'ts

Damit du dich in Myanmar wohl fühlst, verraten wir einige wichtige Verhaltensregeln. Wenn du dir etwas Mühe gibst, bekommst du ein strahlendes Lächeln zum Dank. Folgendes kommt immer gut an:

  • Lächeln
  • Lerne ein paar Worte Burmesisch und sprich die Menschen in Landessprache an (siehe Sprache)
  • Berühre deinen Unterarm, wenn du jemandem etwas übergibst (z.B. Geld)
  • Lege bei der Begrüßung deine Hände vor dem Gesicht zusammen und verneige dich gleichzeitig leicht
  • Winke auf "Myanmar-Art", um jemanden (z.B. Taxifahrer) auf dich aufmerksam zu machen. Winke mit der Hand, die Handflächen zeigen dabei nach unten

Das solltest du in Myanmar besser vermeiden

Die Liste ist etwas länger. Lass dich davon nicht erschrecken. Niemand wird dir böse sein, wenn du versehentlich etwas nicht beachtest. Wenn du dich an einige einfache Dinge hältst, zeigst du Respekt vor den Menschen und ihren Gebräuchen.

  • Berühre Kinder nicht am Kopf. Der Kopf gilt allgemein als heilig
  • Heilige Stätten (Tempel etc.) nicht mit Schuhen betreten
  • Die Füße sollten niemals in Richtung einer heiligen Stätte (z.B. einer Buddhastatue) zeigen
  • Vermeide es, laut zu sprechen oder gar zu schreien (Gesichtsverlust)
  • Drogenbesitz (auch kleinste Mengen) wird mit langjährigen Haftstrafen geahndet
  • Nie etwas mit der linken Hand nehmen oder geben (die linke Hand gilt als unrein)
  • Bewahre immer Ruhe und Gelassenheit (mit schreien etc. kommst du in der Regel nicht weiter
  • Zeige nicht mit dem Zeigefinger auf andere Menschen (wird als unhöflich angesehen)
  • Frage um Erlaubnis, bevor du jemanden fotografierst
  • Tragen Strandbekleidung - wie kurze Hosen und Bikinioberteile - nur am Strand

Das waren unsere Verhaltensregeln. Im nächsten Teil erfährst du alles über das landestypische Essen. Noch weiter unten verraten wir Tipps zur Sprache in Myanmar.

Essen und Trinken in Myanmar - ein leckerer Überblick

Die Küche Myanmars wird stark den Nachbarländern beeinflusst. Wenn du chinesisches, indisches oder thailändisches Essen magst, kommst du in Burma voll auf deine Kosten - unsere Tipps für die leckersten Getränke und Gerichte.

Prost! Das einheimische "Myanmar Beer" schmeckt ausgezeichnet

Wichtigster Bestandteil einer Mahlzeit ist Reis, der mit vielfältigen Currygerichten und einem würzigen Salat aus rohem Gemüse serviert wird. Besonders an der Küste werden viele Fischprodukte, wie z. B. Fischsoße, Fischpaste (Ngapi) und alle möglichen Arten von Seafood verwendet.

Leckeres Streetfood an allen Ecken

In größeren Orten und Städten gibt es zahlreiche Garküchen am Straßenrand. Hier werden Spezialitäten wie Samosas (indische Teigtaschen), Fleischspieße und Nudelgerichte zum Mitnehmen angeboten. Die Speisen werden frisch vor den Augen der hungrigen Kunden zubereitet.

Typische Getränke:

  • Grüner Tee mit Palmzucker
  • Zuckerrohrsaft
  • Frische Kokosmilch
  • Star Cola - das einheimische Cola-Getränk
  • Toddy - ein beliebter Palmwein
  • Einheimisches Bier (Myanmar Beer, Mandalay Beer)
  • Einheimischer Rum, Whisky und Gin

Typische Gerichte:

  • Mohinga - das Nationalgericht (eine Fischsuppe mit dünnen Nudeln)
  • Oh-No Khauk Swe (Reisnudeln, Huhn und Kokosmilch)
  • Shan Nudeln
  • Thoke - Burmesische Salate. Unbedingt den Teeblatt-Salat (Laphet Thoke) probieren
  • Tomatensalat
  • Avocadosalat
  • Verschiedene Nudelsalate

Typische Gewürze im Essen sind Knoblauch, Curry, Kurkuma, Ingwer, Erdnussöl, Garnelenpaste, Zitronengras und Bananensprossen.

Gedeckter Tisch im Restaurant - Tea-Leaf-Salad, Mohinga und Thoke

Burmesische Tischmanieren sind etwas besonderes: Zuhause sitzen alle auf dem Boden um einen runden Tisch. Alle Gerichte werden gleichzeitig serviert. Gegessen wird mit den Händen. Im Restaurant essen auch die meisten Burmesen mit Besteck oder Stäbchen.

Natürlich gibt es nicht nur traditionelles Essen in Myanmar. In größeren Städten und Touristenhochburgen findest du längst Pizza, Pasta und sogar Gourmet-Restaurants. Auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten. Es eröffnen immer mehr vegetarische Restaurants.

Restaurant-Tipps für die schönsten Reiseziele

Schau dir unsere Lieblingsrestaurants in Yangon, Bagan und am Inle-See an. Natürlich freuen wir uns immer über weitere Restauranttipps.

Traust du dich mit den Händen zu essen? Hast du noch Fragen zum Thema Essen in Myanmar? Dann schreibe uns einen Kommentar. Lies weiter und erfahre alles über Sprache in Myanmar.

Birmanisch für Anfänger - Sprache in Myanmar

Die Landessprache ist Birmanisch. Es wird auch Thai- und Mon-Khmer gesprochen. In den Städten kannst du dich gut mit Englisch durchschlagen. Auf dem Land wird jedoch wenig Englisch gesprochen. Bei jungen Menschen ist die Chance größer, dass diese etwas Englisch verstehen.

Burmesen freuen sich in der Regel sehr, wenn du sie in Landessprache ansprichst. Also trau dich!

Mittlerweile kann der Google-Übersetzer auch etwas birmanisch. Dort findest du auch Hinweise zu Aussprache und Schreibweise - sehr praktisch.

So sagst du Hallo und verabschiedest dich:

Hallo:

Mingalaba

Tschüss:

Thwa-mae-naw

Burma, Birma oder Myanmar? Was stimmt jetzt? Im nächsten Teil haben wir die Antwort für dich.

Was ist richtig? Burma, Birma oder Myanmar?

Myanmar ist das Land mit den vielen Namen. Dabei gibt es eigentlich keinen „richtigen” Namen für das Land. Myanmar, Burma, Birma alle Bezeichnungen haben die gleiche Bedeutung. Myanmar hat über 130 verschiedene Bevölkerungsgruppen. Alle Landesnamen beziehen sich auf die größte unter ihnen - die Bamar.

Myanmar

1989 führte die Militärregierung den derzeit offiziellen Namen "Republik der Union Myanmar" ein. Diese Landesbezeichnug wurde aber nicht vom Militär erfunden. Die Bezeichnug "Myanmar" ist schon sehr alt und leitet sich vom Namen "Myanma" ab. "Myanma" wiederum ist nur eine andere Bezeichnung für "Bamar" - Die größte Bevölkerungsgruppe des Landes.

Burma

Der Name "Burma" wurde von den Briten eingeführt (das Land war von 1945 bis 1948 eine britische Kolonie). Die Bezeichnung "Burma" wird aus Protest gegen die Militärregierung immer noch von vielen verwendet. Darunter sind z.B. die US-Regierung und die Politikerin Aung San Suu Kyi.

Birma

Eine Variante des Namens "Burma". War früher vor allem in nicht-englischsprachigen Ländern gebräuchlich (z.B. im Deutschen).

Im nächsten Abschnitt erfährst du alles über die spannende Kultur der Nats - die Naturgeister Myanmars.

Nats - die Naturgeister Myanmars

Der Glaube an die "Nat" genannten Naturgeister ist vor allem in den ländlichen Gebieten Myanmars tief verwurzelt. Der Name "Nat" bedeutet so viel wie "Wächter" oder "Herr".

Nats auf dem Mount Popa - Foto von Paul Arps

Fast alle Nats erlitten der Legende nach ein ähnliches Schicksal: Sie kamen durch Ungerechtigkeiten ums Leben und fristen ihr Dasein nun als Geister.

Viele Burmesen glauben daran, dass erzürnte oder schlecht gelaunte Nats, Unglück und Pech in ihr Leben bringen können, wenn sie nicht angebetet und verehrt werden.

Häufig werden spezielle Feste für die Nats ausgerichtet. Mit viel Getrommel, farbenfrohen Gewändern und Gongschlägen, wird versucht, die Nats fröhlich zu stimmen.

Der Glaube an die Naturgeister geht noch auf die Zeit, bevor der Buddhismus in Bagan entstand, zurück. Heute vermischen sich der Glaube an die Nat und der Buddhismus in Myanmar.

Insgesamt gibt es 37 "Haupt"- Nats.

Einige Beispiele:

Nr. 1 - Thagyamin - Der König der Nats

Erkennungszeichen: Auf einem weißen, dreiköpfigen Elefanten sitzend oder stehend; Muschelschale in der einen und Wedel aus Yak-Haaren in der anderen Hand.

Nr. 4 - Shwenabay

Einst die schönste Frau in ihrem Dorf, verstarb Sie an Liebeskummer, nachdem ihr Mann sie verlassen hatte.

Erkennungszeichen: Stehend mit Stammesschmuck auf dem Kopf; rechte Hand an Hüfte linke herabhängend.

Nr. 7 - Mintara

War einst König von Ava. Er verliebte sich in eine Fee, die er im Wald traf. Eines Tages verschwand die Fee, woraufhin Mintara todkrank wurde. Während der Krankheit wurde er von einem Diener ermordet.

Erkennungszeichen: Fächer in der rechten Hand; sitzend auf Thron; mit königlichen Gewändern bekleidet.

In der Wikipedia findet sich eine vollständige Liste mit kurzen Beschreibungen.

Tipp

Der Zentrale Pilgerort für die Anbetung der Nats befindet sich auf dem Mount Popa, in der Nähe von Bagan. In der Tuyi n Taung-Pagode werden alle 37 Nats in Form von Statuen dargestellt.

Das war unser großer Überblick zu den Themen Kultur, Essen und Sprache in Myanmar. Du warst schon in Myanmar und hast kulturelle Besonderheiten entdeckt? Dann schreibe einen Kommentar. Wir würden uns sehr darüber freuen!

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