Menschen und Kultur in Myanmar

Wie in vielen anderen Teilen Südostasiens spielt der Buddhismus eine sehr große Rolle im Leben der Burmesen. Überall im Land finden sich Tempelanlagen und Klöster. Außerdem hat fast jeder Haushalt einen kleinen Altar, der täglich mit frischen Blumen und oft auch mit luxuriösen Lebensmitteln, wie Bonbons oder Cola geschmückt wird.

Yangoner Straßenszene - Die Religion ist tief in der Kultur Myanmars verwurzelt

Viele Burmesen schicken ihre Kinder für ein Jahr oder länger ins Kloster. Dort werden den Kindern buddhistische Tugenden wie Nächstenliebe, Toleranz und Respekt vermittelt. Da viele Menschen in Myanmar sehr arm sind, ist die kostenlose Versorgung mit Essen und Kleidung für viele Eltern ein weiterer Grund, die Kleinen ins Kloster zu schicken.

Ein weiterer wichtiger Teil der Kultur ist der Wunsch, niemals ein anderes Lebewesen zu verletzen und selbst nicht das Gesicht zu verlieren. So wird nur ungern "Nein" gesagt.

Kulturelle Besonderheiten in Myanmar:

  • Männer tragen häufig den traditionellen Männerrock "Longhi".
  • Viele Frauen und Kinder reiben ihr Gesicht mit Thanaka, einer gelblich weißen Paste, aus Baumrinde und Sandelholz ein. Das Thanaka schützt vor den UV-Strahlen der Sonne und sieht dabei noch gut aus.
  • Gut befreundete Männer und Frauen zeigen in der Öffentlichkeit gerne ihre Zuneigung zueinander. Mann sieht z.B. oft befreundete Männer, die Händchen halten.
  • Auf den Straßen Myanmars fährt man, wie in Deutschland, auf der rechten Seite. Kurioserweise befindet sich das Lenkrad der Autos, wie auch in Großbritannien, auf der rechten Seite.

Falls Sie sich näher mit der Kultur Myanmars beschäftigen möchten, gibt die Wikipedia einen guten Überblick.

Die wichtigsten Verhaltensregeln (Dos and Don'ts)

Das kommt gut an:

  • Lächeln.
  • Lernen Sie ein paar Worte Burmesisch und sprechen Sie die Menschen in Landessprache an (siehe Sprache).
  • Berühren Sie Ihren Unterarm, wenn Sie jemandem etwas übergeben (z.B. Geld).
  • Legen Sie bei der Begrüßung Ihre Hände vor das Gesicht und verneigen Sie sich gleichzeitig leicht.
  • Winken Sie auf "Myanmar-Art", um jemanden (z.B. Taxifahrer) auf sich aufmerksam zu machen. Man winkt mit der Hand, die Handflächen zeigen dabei nach unten.

Das sollten Sie vermeiden:

  • Berühren Sie Kinder nicht am Kopf. Der Kopf gilt allgemein als heilig.
  • Heilige Stätten (Tempel etc.) nicht mit Schuhen betreten.
  • Die Füße sollten niemals in Richtung einer heiligen Stätte (z.B. einer Buddhastatue) zeigen.
  • Vermeiden Sie es, laut zu sprechen oder gar zu schreien (Gesichtsverlust).
  • Nie etwas mit der linken Hand nehmen oder geben (die linke Hand gilt als unrein).
  • Bewahren Sie immer Ruhe und Gelassenheit (mit schreien etc. kommt man in der Regel nicht weiter).
  • Zeigen Sie nicht mit dem Zeigefinger auf andere Menschen (wird als unhöflich angesehen).
  • Fragen Sie um Erlaubnis, bevor Sie jemanden fotografieren.
  • Tragen Sie Strandbekleidung - wie kurze Hosen und Bikinioberteile - nur am Strand.
  • Drogenbesitz (auch schon kleinste Mengen) wird mit langjährigen Haftstrafen geahndet.

Essen und Trinken

Die Küche Myanmars wird stark von seinen Nachbarländern beeinflusst. Freunde von chinesischem, indischem oder thailändischem Essen kommen hier also voll auf ihre Kosten. Wichtigster Bestandteil einer Mahlzeit ist meist Reis, der mit vielfältigen Currygerichten und einem würzigen Salat aus rohen Gemüsesorten serviert wird.

Prost! Das einheimische "Myanmar Beer" schmeckt ausgezeichnet

Besonders an der Küste werden viele Fischprodukte, wie z. B. Fischsoße, Fischpaste (Ngapi) und alle möglichen Arten von Seafood verwendet.

In größeren Orten und Städten gibt es zahlreiche Garküchen am Straßenrand. Hier werden Leckereien wie z.B. Samosas (indische Teigtaschen), Fleischspieße und Nudelgerichte zum Mitnehmen angeboten. Die Speisen werden meist frisch vor den Augen der hungrigen Kunden zubereitet.

Typische Gerichte:

  • Mohinga (Eine Art Fischsuppe mit Nudeln).
  • Oh-No Khauk Swe (Reisnudeln, Huhn und Kokosmilch).
  • Shan Nudeln
  • Tomatensalat
  • Avocadosalat
  • Verschiedene Nudelsalate

Typische Getränke:

  • Grüner Tee
  • Zuckerrohrsaft
  • Frische Kokosmilch
  • Einheimisches Bier (Myanmar Beer, Mandalay Beer)
  • Einheimischer Rum, Whisky und Gin.

Sprache

Die Landessprache ist Birmanisch. Es wird auch Thai- und Mon-Khmer gesprochen. In den Städten kann man sich gut mit Englisch durchschlagen. Auf dem Land wird jedoch wenig Englisch gesprochen. Bei jungen Menschen ist die Chance größer, dass diese etwas Englisch verstehen.

Burmesen freuen sich in der Regel sehr, wenn sie von Ausländern in Landessprache angesprochen werden. Also trauen Sie sich!

So sagen Sie Hallo und verabschieden sich:

Hallo:

Mingalaba

Tschüss:

Thwa-mae-naw

Burma, Birma oder Myanmar?

Myanmar ist das Land mit den vielen Namen. Dabei gibt es eigentlich keinen „richtigen” Namen für das Land. Myanmar, Burma, Birma alle Bezeichnungen haben die gleiche Bedeutung. Myanmar hat über 130 verschiedene Bevölkerungsgruppen. Alle Landesnamen beziehen sich auf die größte unter ihnen - die Bamar.

Myanmar

1989 führte die Militärregierung den derzeit offiziellen Namen "Republik der Union Myanmar" ein. Diese Landesbezeichnug wurde aber nicht vom Militär erfunden. Die Bezeichnug "Myanmar" ist schon sehr alt und leitet sich vom Namen "Myanma" ab. "Myanma" wiederum ist nur eine andere Bezeichnung für "Bamar" - Die größte Bevölkerungsgruppe des Landes.

Burma

Der Name "Burma" wurde von den Briten eingeführt (das Land war von 1945 bis 1948 eine britische Kolonie). Die Bezeichnung "Burma" wird aus Protest gegen die Militärregierung immer noch von vielen verwendet. Darunter sind z.B. die US-Regierung und die Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi.

Birma

Eine Variante des Namens "Burma". War früher vor allem in nicht-englischsprachigen Ländern gebräuchlich (z.B. im Deutschen).

Nats - Die Naturgeister Myanmars

Der Glaube an die "Nat" genannten Naturgeister ist vor allem in den ländlichen Gebieten Myanmars tief verwurzelt. Der Name "Nat" bedeutet so viel wie "Wächter" oder "Herr".

Nats auf dem Mount Popa - Foto von Paul Arps

Fast alle Nats erlitten der Legende nach ein ähnliches Schicksal: Sie kamen durch Ungerechtigkeiten ums Leben und fristen ihr Dasein nun als Geister.

Viele Burmesen glauben daran, dass erzürnte oder schlecht gelaunte Nats, Unglück und Pech in ihr Leben bringen können, wenn sie nicht angebetet und verehrt werden.

Häufig werden spezielle Feste für die Nats ausgerichtet. Mit viel Getrommel, farbenfrohen Gewändern und Gongschlägen, wird versucht, die Nats fröhlich zu stimmen.

Der Glaube an die Naturgeister geht noch auf die Zeit, bevor der Buddhismus in Bagan entstand, zurück. Heute vermischen sich der Glaube an die Nat und der Buddhismus in Myanmar.

Insgesamt gibt es 37 "Haupt"- Nats.

Einige Beispiele:

Nr. 1 - Thagyamin - Der König der Nats

Erkennungszeichen: Auf einem weißen, dreiköpfigen Elefanten sitzend oder stehend; Muschelschale in der einen und Wedel aus Yak-Haaren in der anderen Hand.

Nr. 4 - Shwenabay

Einst die schönste Frau in ihrem Dorf, verstarb Sie an Liebeskummer, nachdem ihr Mann sie verlassen hatte.

Erkennungszeichen: Stehend mit Stammesschmuck auf dem Kopf; rechte Hand an Hüfte linke herabhängend.

Nr. 7 - Mintara

War einst König von Ava. Er verliebte sich in eine Fee, die er im Wald traf. Eines Tages verschwand die Fee, woraufhin Mintara todkrank wurde. Während der Krankheit wurde er von einem Diener ermordet.

Erkennungszeichen: Fächer in der rechten Hand; sitzend auf Thron; mit königlichen Gewändern bekleidet.

In der Wikipedia findet sich eine vollständige Liste mit kurzen Beschreibungen.

Tipp

Der Zentrale Pilgerort für die Anbetung der Nats befindet sich auf dem Mount Popa, in der Nähe von Bagan. In der Tuyi n Taung-Pagode werden alle 37 Nats in Form von Statuen dargestellt.

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